Informationen zur Vogelgrippe

Vogelgrippe

einige Informationen zur Vogelgrippe (Univ.-Prof. Dr. H. Kollaritsch)

 Institut für Pathophysiologie der Universität Wien: Abteilung für spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin

VOGELGRIPPE (GEFLÜGELGRIPPE): Spekulationen um "Grippepandemie"

 

Leider sind in den letzten Tagen wieder vermehrt Meldungen in verschiedenen Medien aufgetaucht, die behaupten, dass eine verheerende Pandemie mit dem H5NI Virus schon eingetreten sei bzw. unmittelbar bevor­stehe. Kürzlich wurde gemeldet, dass das Virus nun auch in Europa nachgewiesen wurde und diese Meldung hat erneut Angst ausgelöst. Klar sei darauf hingewiesen, dass H5N1 Fälle bei Vögeln auch im europäischen Raum aufgetreten sind, aber nicht beim Menschen!

Richtig ist, dass seit Anfang 2004 knapp fünf Dutzend humane Infektionsfälle mit dem Vogelinfuenzavirus H5NI aufgetreten sind, diese immer wieder sporadisch, aber nicht im Sinne einer Epide­mie. Bis dato ist es vor allem Vietnam, wo immer wieder Fälle auftreten, während es in den ande­ren Staaten SO-Asiens immer wieder nur ganz vereinzelt Neuinfektionen gibt.

Entscheidend ist die Tatsache, dass es bisher keinen Anhaltspunkt für eine effiziente Mensch zu Mensch Über­tragung gibt, sondern nur vorn Geflügel auf den Menschen, der dann quasi ein totes Ende in der Infektkette darstellt. Dieser H5N1 Grippestamm ist somit nicht das wirkliche Problem.

Niemand kann nun vorhersehen oder vorhersagen, ob dieses H5NI Virus sich genetisch mit einem gut übertragbaren Influenzavirus "mischen" wird. Wenn das geschehen sollte kann niemand im vorhinein sagen, was dabei herauskommt - ein "Killervirus" oder ein völlig harmloses Virus. Es gibt kei­ne höhere Wahrscheinlichkeit für eine bösartige Variante.

 

Die Tatsache, dass die Gesundheitsbehörden Osterreichs wie auch anderer Länder Vorkehrungen zur Bekämpfung einer eventuell einmal eintretenden Pandemie treffen ist eine kluge und vorsichtige Massnahme, soll jedoch nicht als panikauslösend gewertet werden. Wir wissen übrigens heute defi­nitiv, dass die modernen Neuraminidasehemmer wie Oseltamivir (Tamiflu) gegen H5NI wirksam sind.

Einige österreichische Institutionen beginnen bereits, Tamiflu zu "horten" und damit die Angst zu schüren, ohne - und das sei nochmals betont - dass irgendein Anlassfall gegeben wäre.

Für Fernreisende gilt nach wie vor, dass keine Ansteckungswahrscheinlichkeit besteht, da die ge­meldeten menschlichen Erkrankungsfälle praktisch immer in einem engen räumlichen Zusammen­hang mit Geflügelfarmen und -verarbeitenden Betrieben sind. Die Besichtigung derartiger Lokalitä­ten ist jedoch nicht als standardtouristisches Verhalten zu werten... Eine Mitnahme von "Tamifu" (Grippetherapeutikum) ist daher auch bei ausgeprägtem Pessimismus derzeit sicherlich hinausgeworfenes Geld. Für alle, die sich über die Vogelgrippe ständig auf dem Laufenden halten wollen, sei die Homepage der WHO empfohlen: http://www.who.int